Österreich 1990, 16mm / english subtitles, 84 min.

Distribution:
Aichholzer-Film
Tel. +43-1-5234081
"Wovon hat man geträumt, in Tarnopol, Czernowitz, Berlin und Wien?

Ein eigenes Land, Bäume pflanzen, Orangen und Blumen.
Milch und Honig sollte fließen, für alle gleich.
Freie Menschen auf alter Erde.
Kein Spott mehr, kein Elend und keine Scham.
Ein Volk wie jedes Volk - Heimat, Erde, Vaterland.
Vorbei die Angst vor Soldaten und Nachbarn.

In Basel wurde dann eine Fahne genäht,
blau-weiß, und gesagt:
Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.

Und dann - unter der Wintersonne übers Meer.
Angst auslöschen, Angst vergessen,
vom Überleben gebrannt.

Wovon hat man geträumt?"

Auf der Straße von Westen nach Jerusalem. Ein dokumentarisches Road movie: Lastwagen, Tankstellen, Bauarbeiter, Kaffeehausbesucher, russische Einwanderer, Taxichauffeure, Sicherheitswachen. Auf nur 60 Kilometern Begegnungen mit unterschiedlichen Landschaften und individuellen Geschichten; Szenen, die aus dem Zufall einer Reise entstehen.

Durch die Alltagsrealität klingt die jahrhundertealte Sehnsucht NACH DEM JERUSALEM herüber, eine Sehnsucht, für die es jedoch keinen realen Ort zu finden gibt. Während der Reise stellt sich auch die Frage, was aus dem Traum von der jüdischen Heimat geworden ist.

NACH JERUSALEM ist der abschließende Teil einer Filmtrilogie, in der sich Ruth Beckermann mit jüdischer Identität beschäftigt, mit den Spuren individueller und kollektiver Geschichte und ihren Verbindungslinien quer durch verschiedene Kulturen.

Drei Filme - WIEN RETOUR, DIE PAPIERENE BRÜCKE und NACH JERUSALEM -, denen in unterschiedlicher Form das Reisen, das Unterwegssein, formales Prinzip und Inhalt zugleich ist.