Österreich 1983, 16mm / english subtitles, 91 min.

Distribution:
Aichholzer-Film
Tel. +43-1-5234081
"In meinem persönlichen Leben gab es verschiedene Phasen. Zu einer bestimmten Zeit war es Fußball, Fußball über alles. Jeden Sonntag zum Match, selbst in einer Mannschaft gespielt. Dann hatte ich eine Phase: Politik. Das hat mich enorm interessiert; ich habe versucht, diese Welt zu verstehen, die ich bis dahin nur über die Bezeichnungen der Parteien gekannt hatte."
(Franz West)

Franz West (1909-85), österreichischer Kommunist und Historiker, erinnert sich an seine Jugend in Wien. Als Franz Weintraub in Magdeburg geboren, kehrt die Familie im Jahr 1924 nach Wien zurück. Plötzlich findet sich der 14-jährige Franz inmitten einer großen jüdischen Gemeinschaft im 2. Bezirk. In seiner Schulklasse bilden die jüdischen Mitschüler die große Mehrheit und sogar die nichtjüdischen Freunde würzen ihren Wiener Dialekt mit jiddischen Ausdrücken. Der sehr persönlich gehaltene Bericht Franz Wests, wie er sich in der britischen Emigration benannte, läßt ebenso die Begeisterung des Jugendlichen für die Sozialdemokratie im Roten Wien nachvollziehen, wie die Enttäuschung über deren mangelnde Abwehr des Faschismus. Seine Hinwendung zum Kommunismus in den 30er Jahren ist auch eine Folge seiner Verfolgung als Jude, die er eindrücklich schildert.

Franz West ist ein Meister der Erzählkunst. Seine Schilderungen werden mit zum Großteil erstmals veröffentlichtem Archivmaterial aus der Zwischenkriegszeit ergänzt.

Wien retour ist der erste Teil einer Filmtrilogie über jüdische Identität. Drei Filme - Wien retour, Die papierene Brücke und Nach Jerusalem - denen in unterschiedlichen Formen das Reisen, das Unterwegssein, formales Prinzip und Inhalt zugleich sind.