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Österreich 1987, 16mm / english subtitles, 91 min. Distribution:
Aichholzer-Film
Tel. +43-1-5234081 |
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"Was ich toll finde an diesem Film, ist, daß er etwas versucht, was eigentlich nicht möglich ist, nämlich ein individuelles Schicksal darzustellen, innerhalb eines Volkes, das eigentlich keines mehr haben dürfte, angesichts dieses Hintergrundes, dieser wahnsinnigen Masse an Toten. Im Grunde kann man über Juden nicht als Individuen sprechen, sofort ist dieser riesige Totenteppich da. Und dieser Film versucht sozusagen, aus diesem Zwang zur Entindividualisierung wieder Einzelschicksale herauszuholen." (Elfriede Jelinek über "Die Papierene Brücke") Ruth Beckermanns Reise durch ihre eigene Familiengeschichte erzählt zugleich die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte einer Region. Die Reise führt sie von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg als U-Boot überlebte, indem sie sich stumm stellte, und wohin ihre Mutter aus Israel zurückkehrte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Verfolgung und Vernichtung der Juden zeugt. Dort, in der Bukowina, früher ein Teil Österreich-Ungarns und heute zwischen Rumänien und der UdSSR aufgeteilt, begegnet sie den wenigen Mitgliedern der noch existierenden jüdischen Gemeinden.
Der Film ist von Erinnerungen motiviert und dabei voller Widersprüche: Inmitten von Gräbern auf dem großen jüdischen Friedhof von Seret freut sich ein alter Mann, daß er lebt und sogar gefilmt wird. Eine amerikanische Filmgesellschaft, die im nachgebauten Theresienstadt dreht, engagiert Wiener Juden als Statisten, damit sie im Film auch "wirklich jüdisch" aussehen. Die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte wird abrupt von Momentaufnahmen in den Straßen von Wien unterbrochen, wo der Antisemitismus freimütig auftritt. Aber die Gefühle zu Wien sind ambivalent; das Wiederkommen ist nicht das Ende der Suche. DIE PAPIERENE BRÜCKE ist der zentrale Teil einer Filmtrilogie, in der sich die Regisseurin mit jüdischer Identität beschäftigt, auf den Spuren individueller und kollektiver Verbindungslinien quer durch verschiedene Kulturen. Drei Filme WIEN RETOUR, DIE PAPIERENE BRÜCKE und NACH JERUSALEM, denen in unterschiedlicher Form das Reisen formales Prinzip und Inhalt zugleich ist. | zurück
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